
Cao Guojiu Der siebte „Unsterbliche“ (in der spirituellen Anordnung nach Fu Xi) steht für das Urzeichen „Berg“ und ist in den fünf Wandlungsphasen der "Erde" zugeordnet. Das Trigramm steht für die angehäufte Erde, den Berg und repräsentiert in einer Familie den jüngsten Sohn mit dem chinesischen Namen "GEN".

Meng #4 (6+7 Taeguk) übereinandergestellt ergibt, das IGING BIld: "die Jugendtorheit

Uwe Wischhöfer beim Laufen der 7. Taeguk (San Leo)

Cao Guojiu mit seinen Kastangnetten vor der Kalligraphie „Ein Weg Berg“

Menschliches Leben wächst im Bauch der Mutter, bis ein nicht übersehbarer Berg entsteht, mit dem Ziel, Geschenk eines neuen, eigenständigen Lebens zu werden! Der Mensch kann Vieles anhäufen, bis die zu tragende Last sein Leben definiert. Je größer der Schatz, den er sich aufbürdet, umso größer wird der Trennungsschmerz sein!
Cao Guojiu war des Kaisers Schwager; Er bereicherte sich einst an Mensch und Natur, bis er seinen Irrtum erkannte, um in Folge sein Leben von Grund auf zu reformieren; Als selbst dieser Weg nicht von Dauer war, zog er sich von allen Lasten befreit in die Berge zurück, um das DAO zu studieren. Er wurde einer der Unsterblichen und repräsentiert den ruhenden Berg!
Das Bild des Berges wird im IGING dargestellt durch eine starke Yang-Linie welche oben auf zwei schwachen Jin (Um) Linien ruht. Wie ein umgedrehter Tiegel stellt der Berg damit das Gegenstück zum Tal (See) dar und liegt dementsprechend im polaren System des FuXi, das den Ablauf in den Taeguk Formen des Taekwondo in Rang und Reihenfolge darstellt, gegenüber. Während der See das Tal unterhalb des Berges auffüllt, manifestiert sich der schwere ruhende Berg oberhalb des Ereignishorizontes in Form von aufgehäufter Erde. Manchmal entstanden Berge durch die Kontinentaldrift, in dem sich die verschiedenen Erdschichten überlappten und ein Gebirge nach oben schoben. Im anderen Fall stieg heißes Magma aus dem Erdinneren hervor und bildete beeindruckende Vulkane, die mehr oder weniger aktiv unsere heutige Landschaft prägen. Man findet heute selbst im höchsten Gebirge Versteinerungen aus weiter Vorzeit, die bezeugen, dass sie sich einst unterhalb der Wasseroberfläche eines Meeres befunden haben mussten. In unserem kurzen Menschenleben können wir davon natürlich nichts erkennen. Dennoch werden mit der Zeit aus Tälern Berge und umgekehrt. Den großen Vorbildern nachahmend, verhalten wir Menschen uns ähnlich wie Lastkraftwagen, deren einzige Aufgabe oft darin besteht, Lasten zu befördern. Wir belasten uns mit vermeintlichem Eigentum und streben nach immer mehr und mehr. Doch wohin soll die Reise gehen? Alles was wir uns auf die Ladefläche legen, müssen wir eines Tages wieder abkippen und zwar restlos! "Das letzte Hemd hat keine Taschen"; Warum also dieser Irrsinn? Wir Menschen haben die freie Wahl, welche Lasten wir uns aufladen, wie lange wir diese befördern und wann es Zeit wird, diese wieder abzulegen. In der zuvor genannten Taegukform Chil-Jang schaufeln wir unten ein wenig von rechts nach links und umgekehrt. Auch auf der Mittellinie, die das Menschsein verkörpert fahren wir in dieser Weise fort. Erst auf der dritten oberen Kopf-Linie finden wir etwas Ruhe und befreien uns von unserem Irrtum, in dem wir uns von jeglichem Ballast lösen! Die Schnittmenge der beiden Trigramme Wasser und Berg ergeben das IGING Bild #4 mit dem Titel "Die Jugendtorheit" und weist uns somit mehr als deutlich an endlich zur Vernunft zu kommen um nicht benötigten Ballast loszulassen.
Cao Guojiu, mit ursprünglichem Namen Cao Yi, steht gleichbedeutend für das Bild des Berges. Er soll in der Song Dynastie als Schwager des damaligen Kaisers gelebt haben. Den späteren Beinamen Guojiu, was so viel wie Onkel oder Schwager bedeuten kann, erhielt er wohl auf Grund seiner nahen Verwandtschaft zum Kaiserpaar. Er trug standesgemäß die Tracht eines kaiserlichen Beamten und wird gerne dargestellt mit einer kaiserlichen Jadetafel und ein paar Kastagnetten in seinen Händen. Cao Guojiu genoss den Vorzug von hohem Rang zu sein, der mit der engen Verwandtschaft zum Kaiser einher ging. Legenden berichten, dass er häufig zur Jagd ging und nach dem Wildfang große Feste mit seinen Brüdern feierte. Cao Guojiu soll einst einem vorbei ziehenden Kaufmannspaar, das wertvolle Waren geladen hatte, angeboten haben, über Nacht zu bleiben um am Festmahl teilzunehmen. Doch nach dem Genuß von Wein, dem Cao Guojiu zuvor ein Schlafmittel zugefügt haben soll, schliefen die Handelsreisenden ein und mussten nach dem Erwachen feststellen, dass alle Wertsachen beschlagnahmt worden waren. Von seinem schlechtem Gewissen geplagt, hatte daraufhin Cao Guojiu einen schrecklichen Alptraum. Das ungerechtfertigte Anhäufen von fremden Eigentum und das Ausnutzen seiner hohen Position, ließ ihm wohl keine Ruhe mehr finden und so suchten ihn Nachts in seinen Träumen, die nach Vergeltung strebenden Geister der Geschädigten heim. Gerade als er sein Leben verlieren sollte, erschien plötzlich ein daoistischer Mönch. Dieser empfahl ihm umzukehren, so lange dies noch möglich sei. Als Cao Guojiu daraufhin aus dem Traum erwachte, beschloss er künftig ein besseres Leben zu führen. Er reformierte seine Aktivitäten und half fortan den Armen und Hilfebedürftigen. An statt Andere auszubeuten und Feste zu feiern, verteilte er nun seine angehäuften Schätze unter den Bedürftigen. Darüber hinaus sorgte er dafür, in dem er ein Apotheke errichten lies, dass mittellose Kranke kostenlose Medizin erhielten und sie bei Bedarf in entsprechenden karitativen Einrichtungen aufgenommen wurden. Doch eines Tages geschah etwas Schreckliches; In einer seiner karitativen Einrichtungen starben die meisten Patienten nach der Einnahme, der von ihm bereitgestellten kostenlosen Medizin. Als Cao Goujiu schnell realisierte, dass das gemeine Mordverbrechen die Tat seiner eigenen Brüder war, lies er diese verhaften und bestrafen. Er selbst verließ daraufhin voller Scham und Trauer über die grauenhafte Tat seiner Brüder den kaiserlichen Hof und zog sich in die abgelegenen Berge zurück. Dort oben in der Stille lernte er den daoistischen Lü Dongbin (2. Taeguk) kennen, der ihm half die Lehren des Wandels zwischen Berg und Tal zu vertiefen. Auch der unsterbliche Zhongli Quan (4. Taeguk) begleitete die beiden Schüler auf ihrem weiteren Weg zur tieferen Erkenntnis des DAO. Cao Guojiu lies letztlich alle Lasten hinter sich und wurde einer der acht Unsterblichen. In China gilt Cao Guojiu als Patron der Schauspieler! Diese Künstler schlüpfen in eine Rolle um dem Zuschauer die Illusion einer anderen Person zu vermitteln. Wie wirklichkeitsnah auch immer der Schauspieler seine Rolle spielen mag, wird er doch nach der Vorstellung das Bühnenbild verlassen, sich abschminken und nichts von der Kulisse in sein wahres Leben mitnehmen. Vielleicht sollten wir wie die Schauspieler unsere Rolle zwar bewußt leben, die darin enthaltenen vermeintlichen Schätze aber als wertlose Kulisse betrachten und uns nicht weiter darum kümmern.
Ein Weg Berg (Il Do San)
Zur Eröffnung unseres Dochangs schenkte mir einst mein ehrenwerter Taekwondomeister eine Kalligraphierolle mit dem Schriftzeichen für „Il Do San“. Stets erinnert es mich, dass man, für die Besteigung eines Berges, nur das Notwendigste mitnehmen sollte, um nicht bereits auf halber Strecke schlapp zu machen. Gut vorbereitet, sollte man keine Anstrengung scheuen und von Beginn an ohne Hast aber mit Fleiß aufsteigen. Je höher man kommt, um so dünner wird die Luft. Wer bis oben hastet, dem droht akuter Sauerstoffmangel und er wäre gezwungen vorzeitig abzubrechen und umzukehren. Sobald jedoch der Gipfel erreicht ist, kann der weitere Weg nur wieder nach unten führen! Was bleibt ist ein befriedigendes Gefühl, bei dem, der sich ernsthaft und ehrlich bemüht hatte. In der letzten der acht Taeguk Formen schließt sich die Welle im Kreis des DAO und der Anfangsgedanke findet Ausdruck im empfangenden Prinzip der Taeguk Pal-Jang. Mehr dazu in meinem nächsten Beitrag.














































