


Die Taeguk Yuk-Jang (6. Form im Taekwondo) zeigt das abgründige, formlose Wasser, welches uns unserem Ziel näher bringen kann. Wie wild rauscht es hinab in die Tiefen und nimmt alles Erfaßbare mit. Es fließt nach allen Seiten bis zu seiner Begrenzung um dann leicht zurück zu schwappen. Dann hält es kurz inne, um sich im Auge des Sturms zu sammeln. Doch schon entstehen in seiner Pupille wirbelnde Strudel, welche alles zu verschlingen drohen! Unbezwingbar und lebensgefährlich, müßte man dieses kraftvolle Wasser benennen, würde man ihm als Gegner gegenüber stehen. Nutzt man jedoch seine Energien und läßt die Gefahren nicht außer Acht , so wird man viele neue Möglichkeiten erkennen!
Betrachten wir die sechste "Taeguk" Form an Hand seiner Linienstruktur, so läßt sich leicht die Ähnlichkeit zur Schreibweise der chemischen Summenformel des Wassers „H2O“ feststellen. Zwei Wasserstoffatome in Form von Jin-Linien schließen von außen ein Sauerstoffatom (Yanglinie) ein! Wasser zeigt sich in seinen klassischen Aggregatzuständen als flüssig, fest oder gasförmig und dehnt sich, bei jeglicher Abweichung seines flüssigen Normalzustandes von exakt 3,98° Celsius (seine höchste Dichte), bei höherem oder niedrigerem Druck oder Temperatur aus. Durch seine Wandelbarkeit ist das Wasser praktisch unverwundbar und kann darüber hinaus jede erdenkliche Form annehmen. Selbst in seinem flüssigen Zustand, kann es sowohl weich und fließend, wie auch durch seine Oberflächenspannung sehr hart werden. Mit Wasser können wir unseren Körper von Verunreinigungen befreien und gleichzeitig es als Transportmittel für wichtige Substanzen zu unserer körperlichen und geistigen Ernährung verwenden. Als Medium kann Wasser jegliche Informationen in seiner Struktur speichern und somit zum unsterblichen Wissensquell des Lebens werden. Bereits Mitte der achtziger Jahre hatte Masaru Emoto die energetische Struktur des Wassers in seinem ersten Buch „Die Botschaft des Wassers“ dargelegt. Er bebilderte seine Forschungsergebnisse durch atemberaubende Aufnahmen kristalliner Strukturen, gefrorenen Wassers, welche zuvor mit Gedanken oder Gefühlen beeinflußt wurden. Ich finde diese Erkenntnisse sehr interessant, denn sie helfen mir zu verstehen, wie man mit Hilfe von Gedanken und Gefühlen Wasser beeinflussen und somit auch Materie verändern kann. Als Formenläufer konntest Du in den ersten vier Taeguk Formen die Kraft Deines Anfangsgedankens wachsen sehen. Mit der fünften Form drang dieser in die Materie ein, um mit der 6. Form des bewegten, mit Energie angereicherten, Wassers aus der Tiefe des Brunnens mit neuen Talenten wieder an die Oberfläche gezogen zu werden!
Zhang Guolao
Nachfolgende Legende aus dem achten Jahrhundert nach Chr. erzählt die Geschichte von Zhang Guolao, seinem Esel und einem Alchemisten, der vergebens nach Unsterblichkeit strebte.
Ein Lehrer und Alchimist suchte seit vielen Jahren nach einer seltenen Pflanze, die Unsterblichkeit verleihen sollte. Als er sie nach endlosem Suchen endlich hinter einem verlassenen Tempel fand, machte er sich sofort daran, diese zum Verzehr zuzubereiten. Unglücklicherweise hatte er seine Essstäbchen vergessen und so ließ er seinen köchelnden Eintopf unbeaufsichtigt zurück um sein Eßgeschirr von seinem Haus zu holen. Unterwegs wurde er jedoch von einem Schüler aufgehalten. Währenddessen traf Zhang Guolao nach einer langen Handelsreise mit seinem Esel an dem kurz zuvor von dem Alchemisten verlassenen Tempel ein. Müde von der langen Reise beschloß er Rast zu machen, als er einen köstlichen Geruch vernahm, der aus dem verfallenen Gebäude zu kommen schien. Er folgte mit seinem Esel dem unwiderstehlichen Geruch und fand auf einer noch heißen Feuerstelle einen Wok in welchem ein leckerer Kräutereintopf vor sich hin köchelte. Als Lebenskünstler pflückte er von einem Strauch ein paar Zweige, die er als Essstäbchen verwendete und aß sich mit seinem Esel an dem Eintopf satt, ohne etwas übrig zu lassen. Als er gerade aufbrechen wollte, hörte er mit schnellen Schritten den schimpfenden und zu allem fähigen Alchimisten zurück kommen. Der akuten Gefahr bewußt, sprang er rückwärts auf seinen Esel und floh so schnell er konnte. Da er mit seinem Esel vom Kraut der Unsterblichkeit gekostet hatte, wurde er einer der Unsterblichen.
Er gilt heute in China als Schutzheiliger der Alten und gleichzeitig als Segensbringer für Kinder. Sein Symbol ist KAN, das Wasser. Bis zu etwa 87 Prozent des Gewichtes eines Neugeborenen besteht aus Wasser, der Rest sind Eiweiße, Fette, Mineralsalze, und ein paar Kohlehydrate. Im Laufe unseres Lebens verliert der Mensch mehr und mehr seines Wasserreservoirs, so daß Erwachsene bis zu 30 Prozent weniger und Greise sogar nur noch bis zu 50 Prozent aus Wasser bestehen können. Fällt der Wasseranteil unter die Hälfte, wird das Überleben kritisch. Wer im Fluß des Lebens bleiben möchte, kann mit körperlicher Ertüchtigung den Prozess des Wasserverlustes verlangsamen. Bei sportlicher Betätigung lagert sich Wasser in den Muskeln ein und vermag Körper und auch Geist wieder zu beleben. Wir sollten versuchen uns von Zwängen und Konventionen zu befreien um lebendig und wirbelnd wie Wasser im Fluß des Lebens bleiben zu können. Wäre unsere menschliche Hülle eine Teetasse, so würde diese zum Zeitpunkt unserer Geburt mit frischem Wasser aus dem tiefen Brunnen mit lebendigem Wasser gefüllt werden. Unsere Eltern, Lehrer und Freunde wären der Tee, welcher mehr oder weniger lange nach dem Aufguß in unserer Tasse den Geschmack verändert. Glücklicherweise, können wir während unseres Lebens selbst entscheiden, welche Sorte Tee wir bevorzugen, doch für den guten Geschmack müssen wir stets achtsam sein, dass Temperatur und Ziehzeit im Auge behalten wird. Diese Eigenverantwortung ist jedoch gleichzeitig auch eine große Gefahr, da Mancher bei zu großer Eigenverliebtheit vergißt, dass er Teil des Ganzen ist. Welche Bedeutung hätte schon eine Tasse mit leckerem Tee, wenn es Keinen gäbe, der sie genießen würde? In einem Koan heißt es: „Die Welle und das Meer sind Eins“ und so sollte man sich immer auch fragen, ob man mit seinen Bestrebungen nicht nur das eigene Ego stärkt, sondern auch dem Ganzen dienlich ist!
Warum Eisblöcke zerschlagen, wenn geistige Kraft sie schmelzen kann?
Es ist schon beeindruckend, wenn spektakuläre Bruchtests mit Eisblöcken gezeigt werden; Doch in unserer Wasserform ist ein solcher Bruchtest eher unzweckmäßig, da doch eher der Fluß des Wassers und seine Bewegungsdynamik dargestellt werden sollte, als die Starrheit von Eis. Dennoch könnte die unterste Linie durchaus den starren Aggregatzustand von Wasser zeigen. Da diese unterste Linie weder auf dem Hin-, noch auf dem Rückweg durch eine physische Technik zerbrochen wird, könnte das bedeuten, dass diese mental mit Hilfe des Geistes beeinflußt und überwunden werden kann. Meine Interpretation dieser Form, sieht somit vor, die Macht der Gedanken für den Bruchtest auf der untersten Linie zu benutzen.










































