





Bernstein ist kein Stein. Er ist verharzte Zeit. Entstanden aus einer Verletzung, verwandelt durch Geduld, Druck und Stille. Gerade deshalb spricht Bernstein heute eine leise, aber kraftvolle Sprache, die gut zu einem bewussten, resilienten Mindset passt. In einer Welt, die Schnelligkeit mit Fortschritt verwechselt, erinnert uns Bernstein daran, dass wahre Entwicklung Zeit braucht.
Nicht alles will sofort gelöst oder optimiert werden. Manches möchte gehalten werden, bis es sich verwandelt.
Resilienz als Reifung
Resilienz bedeutet nicht, hart zu werden. Sie bedeutet, durchlässig zu bleiben, ohne zu zerbrechen. Bernstein zeigt genau diese Qualität. Er bewahrt Spuren der Vergangenheit und macht sie tragbar. Auch wir tragen solche Einschlüsse in uns: Erfahrungen, Erinnerungen, Umwege. Ein reifes Mindset integriert sie in ein größeres Bild.
Die stille Kraft der Verlangsamung
Bernstein glänzt nicht laut. Er strahlt warm, ruhig, fast meditativ. Vielleicht berührt er uns deshalb so sehr: Er wirkt wie ein Gegenentwurf zur Dauerbeschleunigung unserer Zeit.
Verlangsamung ist kein Rückschritt. Sie ist eine Rückverbindung zu uns selbst, zur Natur, zum Wesentlichen.
Ein Mindset der Tiefe
YIDO mindset steht für bewusste innere Haltung statt schneller Selbstoptimierung. Bernstein lädt uns ein, tiefer zu schauen:
Was in uns will reifen?
Was darf Zeit bekommen?
Vielleicht ist wahre Stärke nicht das ständige Vorangehen, sondern die Fähigkeit, dem eigenen Prozess zu vertrauen.
Bernstein erinnert uns daran, dass Schönheit dort entsteht, wo wir dem Leben erlauben, uns zu formen: langsam, ehrlich und tief. (ym)
Makrofotografien von Lutz Happich

Ein Besuch bei Lutz Happich
Lange Zeit vor diesem Artikel über Bernstein unterhielt ich mich mit dem fleißigen Gym-Besucher Lutz Happich und seiner lieben Frau regelmäßig über verschiedene Themen. Meistens ging es bei unseren Best-Ager Gesprächen um Trainingsfortschritte oder das ein oder andere "Zipperlein" das sich im Laufe eines Arbeitslebens eingestellt hatte und nun nach Beachtung verlangte. Wie ich von Lutz erfuhr, war er die meiste Zeit seines Berufslebens bis zu seinem Renteneintritt als leitender Bankangestellter tätig. In unseren Gesprächen ging es meist um die ganz alltäglichen Belange, bis wir eines Tages über das Thema Bernstein zu sprechen kamen und ich mich dafür interessierte, da Bernstein auf mich schon immer eine Faszination ausübte. Spätestens nach Steven Spielberg`s Jurassic Park Blockbustern, in dem ein exzentrischer Milliardär aus dem Genmaterial durch DNA Sequenzierung Dinosaurier geklont haben will, kennt heute fast Jeder den goldgelben "Stein". Auch wenn Science Fiction Phantasien immer auch ein Körnchen Realität beinhalten, wird es wohl bei Bernstein nach den Ausführungen von Lutz Happich bei einer Fiktion bleiben. Im Bernstein sind zwar urzeitliche Insekten konserviert worden; Anders als in den Filmen dargestellt ist darin jedoch kaum eine extrahierbare DNA im Inneren enthalten. Da Lutz immer wieder auf diversen Veranstaltungen Auszüge aus seinen Sammlungen präsentierte und mir davon berichtete, war meine Neugier geweckt worden und ich konnte an einem Sonntag Vormittag bei einem privaten Besuch in seinen Räumen mir selbst ein Bild davon machen. So wie chinesische Alchemisten in der Geschichte der Chinesen aus der Tang-Zeit bis hin zur Han-Zeit nach dem goldenen Elixier der Unsterblichkeit suchten, siehe auch mein Beitrag in diesem Magazin zur Geschichte über den Unsterblichen Zhang Guolao, der das Trigramm des Wassers symbolisiert, hatten sich auch im alten Ägypten die Pharaonen für den Bernstein interessiert. Laut Lutz war Bernstein einst teurer als Gold und so wurde explizit danach gesucht. Er zeigte mir eine Karte, die sogenannte "Bernsteinstraße", welche viele Städte zwischen Venedig und St. Petersburg markierte, an welchen vermehrt Bernsteinfunde an der Nord- und Ostsee, die etwa auf 40-50 Millionen Jahre datieren, markiert wurden. Gerne hätte ich an dieser Stelle diese Karte veröffentlicht, doch das Copyright, läßt das leider nicht zu. Interessierte werden jedoch schnell fündig zum Beispiel in Wikipedia unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernsteinstraße. Dort findet man die alten Handelswege von Bernstein und natürlich die entsprechenden Geschichten und Informationen dazu.
Die Weihnachtszeit war bereits angebrochen, so dass ich bei meinem Besuch bei den Happichs neben einer Tasse Kaffee von Frau Happich auch leckere Plätzchen gereicht bekam. Eigentlich erwartete ich eine kleine Sammlung von diversen Bernsteinfunden gezeigt zu bekommen, doch weit gefehlt; Es war wie der Besuch in einem Naturkundemuseum. Jeder Bereich des geräumig ausgebauten Kellers, war mit Schubladenschränken versehen, die allesamt sehr strukturiert und mit unzähligen Fächern nummerierte Exemplare offenbarten. Lutz erklärte mir, dass er bereits schon früh seine Leidenschaft für Mineralien und natürlich auch für Bernstein entdeckte. Und so konnte ich, bis wir zum Thema dieses Artikels, für das wir uns getroffen hatten kamen, vorneweg erst einmal die vielen gut ausgeleuchteten Exemplare in den Vitrinen bewundern. Aber was sind schon über sechs Jahrzehnte Sammelleidenschaft gegenüber bis zu 400 Millionen Jahren altem Bernstein. Lutz brachte mir ein paar sehr interessante Bernsteinexemplare mit den verschiedenen Einschlüssen. Als er mir ein sehr großes Exemplar in die Hand gab, war ich äußerst überrascht, wie leicht dieser Bernstein war. Lutz erklärte mir dass es sich bei Bernstein nicht um einen Stein, sondern vielmehr um ein versteinertes Harz handelt. Die dort eingeschlossenen Insekten oder Pflanzenteile wurden durch das Herabtropfen oder Herablaufen von Baumharz so wie sie gerade verweilten eingeschlossen und damit auf Dauer konserviert. Einige interessante kopulierende Insekten ebenso wie andere Bernstein-Raritäten, die größere Spinnentiere im Einschluß zeigten, sortierten wir für die Veröffentlichung in YIDO mindset aus. Dennoch konnte ich nicht widerstehen, ein relativ kleines Spinnentier im Bernstein auf einem Foto näher zu betrachten. Lutz öffnete seine selbst programmierte Claris Filemaker Datenbank auf seinem Apple-Computer und fand sehr schnell den Verwahrungsort des favorisierten Bernsteins. Als Vollprofi, der vor seiner Bankkarriere ursprünglich das Können seines Vaters adaptierte, der Fotograf war, lies er es sich nicht nehmen, den kleinen Stein ins rechte Licht zu rücken und neu für mich zu fotografieren. Erst jetzt bemerkte ich seine Spezialausrüstung, die er dafür benutzte. Die Lichtbox, in der er den Bernstein ausleuchtete war von ihm selbst angefertigt worden, da er für eine optimale Fotografie auch die Möglichkeit der Beleuchtung von unten benötigte, wie das auf der Folgeseite anhängende "making of" für YIDO mindset mit ein paar Bildern zeigt. (uw)













































