Von Uwe E.G. Wischhöfer
NLP-Master (DVNLP) + IGING Experte
Das jahrtausende alte IGING (YIJING) und das gerade mal ein halbes Jahrhundert alte NLP (Neurolinguistisches Programmieren) sind gleichermaßen nützliche Werkzeuge, die durch Beobachtungen von Menschen in deren Welt entstanden sind. Grundsätzlich ging es stets darum dem Menschen zu helfen, seine Welt in der er lebt besser verstehen zu können, um geeignete Wege für ein erfülltes Leben im Hier und Jetzt zu finden.
Metaphern im NLP
Eines der mächtigsten Werkzeuge im NLP ist die Metapher, die ich Dir an Hand einer der überlieferten Geschichten aus dem Buddhismus des Gautama Siddhartha, der einst eine Erleuchtung hatte, näherbringen möchte. Wenn Dir Geschichten aus der Bibel, dem Koran, der Tora oder die klassischen Schriften des Hinduismus für Dich vertrauter erscheinen, so wirst Du auch dort schnell fündig werden und unzählige Metaphern finden. Da das IGING in seiner Urform der Philosophie dem ursprünglichen Taoismus entspringt und sich einem Leben im Einklang mit dem DAO widmet, finden wir in seinen Bildern "religionsneutrale" Metaphern für die Prinzipien des Wu Wei; "Dem Weg der Gelassenheit und der Natürlichkeit".
IGING - Buch der Wandlungen
#34 Da Dschuang
„Des Großen Macht“
Der große goldene Buddha von Dambulla fügt in einem Mudra (Sanskrit: Freude geben) Daumen und Zeigefinger beider Hände zusammen. Diese Geste deutet auf das Rad des Lebens und damit auf Buddhas Lehre hin, die in Bewegung gesetzt wurde. Im Bild Da Dschuang kann man diese Symbolik ebenso wiederfinden. Der erregende Donner oben, zeigt den Beginn des Handelns, das aus der Macht rechtschaffender Gedanken und Gefühle im Zeichen des Himmels unten erwächst, um verwirrte Seelen die Wahrheit erkennen zu lassen!
Der junge Prinz Gautama Siddhartha, ein wirklicher Mensch, geboren als Sohn eines Königs, sollte wie sein Vater ein großer mächtiger König werden. Bald schon wurde er ein sicherer Reiter, ein hervorragender Bogenschütze und er übte sich in den uralten überlieferten Kampfkünsten. Der König schenkte ihm drei wunderschöne Paläste mit vielen Dienern, die sein Glück vervollkommnen sollten. Eines Tages jedoch hörte Siddhartha das Lied einer betörenden Stimme, die aus der Stadt an sein Ohr drang. Das Lied handelte von Orten und Begebenheiten außerhalb seiner Paläste, die der junge Prinz noch niemals zuvor gesehen hatte und nun unbedingt kennen lernen wollte. Sein mächtiger Vater traf schnell alle Vorkehrungen, so dass sein Sohn bei einer ersten Besichtigung der Stadt, nur junge und gesunde Menschen auf den Straßen sehen sollte. Die Menschen, welche die Ränder der Straßen säumten, jubelten dem jungen Prinzen zu und ließen ihn hochleben. Seine Freude war groß, bis er in einer Nebengasse alte, gebrechliche Menschen erblickte, die überhaupt nicht in sein bisheriges Weltbild passten. Entgegen dem Rat seiner Bediensteten beschloss Siddhartha den Prunk Zug zu verlassen. Er nahm seine Krone ab, stieg aus seiner hohen Position herab, um mit einer einfachen Decke verkleidet, diesen Menschen unerkannt und unvoreingenommen nachzufolgen. Er sah schwer arbeitende und auch sehr kranke Menschen und musste erkennen, dass alle Menschen sterblich waren. Da auch seine eigene Familie und er selbst eines Tages dieses Schicksal erleiden sollte, beschloss Siddhartha, dem Schmerz und Leid nachzuspähen, um einst sein Volk und alle Menschen davon zu befreien. Nachts, als der Hofstaat seines Palastes und alle Tiere, außer den großen mächtigen Elefanten, schliefen, nahm er schweren Herzens im stillen Abschied von seiner jungen Frau und seinem eigenen Sohn und verließ die ihm vertraute Welt. Er tauschte aus Mitleid sein königliches Gewand, gegen das eines Bettlers und machte sich auf den Weg, um für alle Menschen die Erlösung zu finden. Als Gautama Siddhartha auf die fünf Asketen traf, beschloss er es ihnen gleich zu tun und entsagte allem weltlichen Überfluss. Er erlaubte nur noch seinem Geist in der Meditation sich zu sammeln und verbrachte auf diese Weise sechs Jahre der Entbehrung. Sein Ziel war die Befreiung des Geistes, um wie ein fliegender Vogel, entspannt Gedanken wie ziehende Wolken sehen zu können. Gautama Siddhartha versuchte das Leid der Menschen zu besiegen, in dem er seinem Geist seine ganze Kraft schenkte und dabei völlig vergaß auf seinen eigenen Körper zu achten. Eines Tages jedoch hörte Siddhartha am Fluß in einem vorüber fahrenden Boot die Worte eines Musikers an den Schüler:
„Wenn Du eine Saite zu straf spannst, wird sie zerreißen; Wenn Du sie aber zu schlaff lässt, kannst Du nicht auf ihr spielen!“
Siddhartha erkannte daraufhin, dass er viele Jahre einem falschen Weg gefolgt war, denn es war ein Weg der Extreme. Der rechte Weg musste in der Mitte liegen! Maras Versuche Siddharthas Blickwinkel durch den Genuss von Wohlstand und Ausschweifung zu verschleiern hatte keinen Erfolg mehr. Siddharthas rechtschaffender Geist war durch eine tiefe Liebe und sein Mitleid allen Wesen gegenüber unantastbar und mächtig geworden. Der Donner über dem Himmel zeigt des Großen Macht; Wer diese erfährt, sollte mit Liebe und Mitgefühl, wie der erwachte Gautama Buddha handeln und dieses Wissen mit allen Wesen teilen. (uw)
IGING: „Des Großen Macht“
Auf einer Walze betrachtet, ergeben sich die nachfolgenden Hexagramme für Da Dschuang, die von unten nach oben und von innen nach außen nachfolgende Bilder näher erklären (Abb. 3):
#44 Das Entgegenkommende (Wind - Himmel)
# 1 Das Schöpferische (Himmel - Himmel)
#43 Der Durchbruch (Himmel - See)
#54 Das heiratende Mädchen (See - Donner)
#27 Die Ernährung (Donner - Berg)
#53 Allmählicher Fortschritt (Berg - Wind)
Die Basis großer Macht bilden vier starke Linien, daher zu Beginn die Mahnung seine Macht nicht auf eine schwache Basis zu stellen #44. Auf allen Ebenen müssen die Verhältnisse klar und rechtschaffen sein #1. Der Edle, der dies befolgt, dem wird der Durchbruch #43 gelingen. Diese große Macht darf nicht für eigene Zwecke missbraucht werden, sondern muss sich dem Gemeinwohl unterwerfen #54. Ein Volk, dessen Führer auf diese Weise regiert, wird niemals Hunger leiden #27 und sich allmählich zu einer erstrebenswerten glücklichen Gesellschaft entwickeln #53.
Die 64 Bilder (Metaphern) des IGING
Durch die Betrachtung einzelner Bilder des IGING, schalten wir bewußte Gedanken, die Widerstände hervorbringen können, aus. Während wir im NLP die Metapher bevorzugt zur gewünschten Verhaltensänderung als Werkzeug einsetzen, kann uns jedes einzelne der 64 Bilder des IGING einer Lösung eines zuvor über eine Frage definierten Problems näherbringen. Die Metahper bringt dabei unaufdringlich die Lösung aus dem Unterbewußten hervor!
#34. Des großen Macht
"Fördernd ist Beharrlichkeit"
(Richard Wilhelm)

Der Graph von Da Dschuang (Abb. 2) zeigt einen Pfeil in Richtung auf das Fundament; Große Macht basiert auf Rechtschaffenheit!
Das Kernzeichen GUAI Die Entschlossenheit - Der Durchbruch;
unten - Kièn / oben - Dui (#43) von Da Dschuang (Abb 4) zeigt als Mudra den heiteren Edlen, der entschlossen auf rechten Wegen für den Durchbruch wandelt.













































